Ausbildung und Montage

Ausbildung

Ibrahim Siraj macht eine Lehre zum Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker, einen Beruf, den er bis vor einem Jahr nicht kannte,

in einer Bildungsform, die ihm fremd war. Jetzt sagt er: „Eine Ausbildung ist wie das Fundament beim Hausbau.“

Er ist einer der begehrten jungen Fachkräfte. Er war schon in seiner Schule in Eritrea Klassenbester. Als er während seines Asylverfahrens fünf Monate lang keinen Deutschunterricht bekam, ging er trotzdem in einen Kurs, unangemeldet, und blieb so lange auf seinem Stuhl sitzen, bis sie ihn schließlich am nächsten Tag aufnahmen. Siraj lässt sich nicht durch deutsche Bürokratie aufhalten.

Er saß in seiner Heimat drei Monate im Gefängnis, ertrug die Folter – er hat noch Narben von den Zigarettenstummeln, die sie auf seinem Körper ausdrückten –, lief 11 Stunden durch die Wüste, und atmete im Unterdeck des Flüchtlingsbootes durch ein so schmales Loch, dass er fast besinnungslos wurde.

Als er im Waisenhaus München vom Handwerksbetrieb für Fenster, Rollladen, Türen und Markisen Becker hörte, sagte er seinem Betreuer: „Da will ich ein Praktikum machen.“ Und das hat er gemacht.

Geschäftsführer Peter Sasse arbeitet schon seit 41 Jahren in seinem Betrieb in Unterschleißheim. Seit 29 Jahren ist er auch Inhaber. Er hat schon rund ein Dutzend Lehrlinge ausgebildet. „Inzwischen ist es schwierig aus den Grund- und Mittelschulen junge Leute für den Handwerksberuf zu begeistern“, findet er. „Aber mit Ibrahim, das war nochmal ein richtig schöner Schachzug.“ Sein Lehrling, sagt er, komme sehr gut bei der Kundschaft an. Gutes Deutsch, eine schnelle Auffassungsgabe und der „richtige Blick“ für dieses Handwerk, hat ihn vollständig in das Team integriert.

 

 

Auch dem Bundesverband  ROLLLADEN + Sonnenschutz ist Herr Ibrahim Siraj positiv aufgefallen.

Lehrling und Firmeninhaber
(Foto: Becker-Bauelemente)

Das Rollladen- und Sonnenschutztechniker-Handwerk engagiert sich bei der Ausbildung von Flüchtlingen. So bildet der RS-Fachbetrieb Rolladen Becker Bauelemente in Unterschleißheim bei München derzeit einen 19-jährigen Mann aus Eritrea aus – im ersten
Jahr im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung gemäß § 54a SGB III. Firmeninhaber Peter
Sasse ist regelrecht begeistert von seinem neuen Mitarbeiter, der insgesamt sechs Spra-
chen spricht, darunter fließend Deutsch. Der junge Mann arbeite fleißig und komme bei den Kunden sehr gut an. Außerdem sei er engagiert und neugierig, technisches Wissen
sauge er auf „wie ein Schwamm“. Ein hervorragendes Beispiel also, dass es sich lohnt, Flüchtlinge als Auszubildende zu gewinnen.

Montage

Unser junges Montageteam bei der Montage
einer 8 mTerrassenüberdachung.
Hier wird körperlicher Einsatz gefordert und trotzdem
steht die Genauigkeit im Vordergrund.